Demnächst

Neues Manuskript Arbeitstitel
"j.w.d. - Wie geht es weiter?"

 

Auszug aus dem Buch "Lebensfalle oder j.w.d"


Juliane schleicht sich hinaus. Sie muss weg, hinaus aus dem Haus. Mit offenen Haaren und wehendem Mantel. Sie rennt über die Straße, rennt weiter. Wohin? Nichts geht mehr. Sie rennt ziellos. Eine Stimme in ihr redete auf sie ein, sie solle stehen bleiben. »Warum rennst du?«
»Ich war geblendet von ihm und interessiert an seiner Geschichte, doch er wies mich ab und nun das! Ich wollte herausfinden, was für ein Mensch dieser Giovanni war, nichts weiter.«
Juliane rennt. Ganz in der Nähe ist doch der Hafen. Sie rennt. Und fällt auf den Gehweg. Ihr Knie blutet. Die Leute starren sie an. Sie ist dreckig. Erst jetzt merkt sie, dass sie ohne Schuhe aus dem Haus gelaufen war. Sie muss sich waschen. Sie rennt auf den Piazza, dort zum Brunnen. Tief einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen. Das Wasser ist kalt, aber der Dreck muss weg. Nur langsam beruhigt sich ihr Puls. Albert! Er hatte ihrer Hoffnung Nahrung gegeben. Er hatte sie Mylady genannt und mit Johanne angesprochen. Die Turmuhr schlägt. Der Piazza San Pietro erwacht. Ein Mann spricht sie an. Nein, das passt jetzt nicht. Sie rennt, sieht das Café, indem Holger auf ihren Text wartet. Er tritt aus der Tür des Cafés: Oh Juli, was ist mit dir, ruft er mit runden Augen und Entsetzen im Ton.

 

Tree rot

Das Erbe der Königin Louise - Hohenzieritzer Geschichten

  Bereits zu Lebzeiten war Königin Louise von Preußen, geborene Louisa Augusta Wilhelmina Amalia von Mecklenburg-Strelitz, zum Gegenstand eines nationalen Kultes geworden. Spätestens nach ihrem frühen Tod wurde ihre Person zum Mythos. Es wurden Bücher geschrieben und Hymnen auf sie verfasst. Ihr Andenken blieb in Ehren wie selten das eines Mitglieds der Königsfamilie.
Das Zimmer im Hohenzieritzer Sommerschloss ihres Vaters, in dem sie im Jahre 1810 nur 34jährig starb, wurde alsbald zum Pilgerziel sie verehrender Menschen. Erst die Konsequenzen des Zweiten Weltkrieges setzten diesem Personenkult ein Ende. Inzwischen sind im Hohenzieritzer Schloss jedoch wieder drei Räume museal hergerichtet und auch das Sterbezimmer Louises ist rekonstruiert worden.
Es drängt sich der Autorin der Frage auf, wie „Zeitgeist“ mit Geschichte und einst einflussreichen Persönlichkeiten umgeht. Es erschien notwendig, Menschen danach zu fragen, wie sie mit Veränderungen umgegangen sind und leben. Das Buch skizziert die Persönlichkeit der Louise von Preußen. Es wurde ein Band geflochten aus biographischen Daten und Erzählungen über das Mädchen, die Frau, die Mutter und die politischen Einfluss suchende streitbare Königin Louise sowie aus Gesprächen mit Menschen aus Hohenzieritz, die ihre Geschichten erzählten – auch jene, die sich um Königin Louise ranken.
Viola Kühn:

Das Erbe der Königin Louise - Hohenzieritzer Geschichten
Rowa 2003

Herausgeber:

Ingo Koch Verlag, 2003 (1. Auflage, 150 Seiten)
ISBN/EAN: 978-3-935319-63-8
 

Nicht mehr verfügbar.