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Neues Manuskript Arbeitstitel
"j.w.d. - Wie geht es weiter?"

 

Auszug aus dem Buch "Lebensfalle oder j.w.d"


Juliane schleicht sich hinaus. Sie muss weg, hinaus aus dem Haus. Mit offenen Haaren und wehendem Mantel. Sie rennt über die Straße, rennt weiter. Wohin? Nichts geht mehr. Sie rennt ziellos. Eine Stimme in ihr redete auf sie ein, sie solle stehen bleiben. »Warum rennst du?«
»Ich war geblendet von ihm und interessiert an seiner Geschichte, doch er wies mich ab und nun das! Ich wollte herausfinden, was für ein Mensch dieser Giovanni war, nichts weiter.«
Juliane rennt. Ganz in der Nähe ist doch der Hafen. Sie rennt. Und fällt auf den Gehweg. Ihr Knie blutet. Die Leute starren sie an. Sie ist dreckig. Erst jetzt merkt sie, dass sie ohne Schuhe aus dem Haus gelaufen war. Sie muss sich waschen. Sie rennt auf den Piazza, dort zum Brunnen. Tief einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen. Das Wasser ist kalt, aber der Dreck muss weg. Nur langsam beruhigt sich ihr Puls. Albert! Er hatte ihrer Hoffnung Nahrung gegeben. Er hatte sie Mylady genannt und mit Johanne angesprochen. Die Turmuhr schlägt. Der Piazza San Pietro erwacht. Ein Mann spricht sie an. Nein, das passt jetzt nicht. Sie rennt, sieht das Café, indem Holger auf ihren Text wartet. Er tritt aus der Tür des Cafés: Oh Juli, was ist mit dir, ruft er mit runden Augen und Entsetzen im Ton.

 

Tree rot

Atempause

 

Wer kennt das nicht? Ausgepowert sein!

 

Eine Sequenz für das Innehalten brauchen,

bevor der nächste Schritt gegangen,

ein neuer Weg eingeschlagen werden kann.

 

Für mich sind es zu Versen verdichtete Wörter,

die ich wähle, bevor ich mich weiter bewege.

Viola Kühn:

"Atempause" - Gedichte -
2013

Herausgeber:

buch.macher autoren.verlag, 2013
ISBN 978-3935039-78-9

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Chardu - Als mich der Mohn küsste

 

Viola Kühn ist Jahrgang 1954. Sie lebt in Rowa bei Neubrandenburg.

In ihren Gedichten wechseln sich ernste Betrachtungen, poetische Bilder, humorvolle Wendungen in freien und gebundenen Rhythmen wie in alltäglichen Höhen und Tiefen ab.

"Chardu" ist Viola Kühns erste eigene Buchveröffentlichung.

"Lyrik entsteht da, wo der Mensch schweigt. Sie wird gern verschenkt, aber schlecht verkauft. Sie ist die persönlichste Form der Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt und das vernachlässigte Kind von Mutter Poesie." Ostsee- Zeitung vom 14.01.2002

Viola Kühn:

"Chardu - Als mich der Mohn küsste" - Gedichte -
2001

Herausgeber:

buch.macher autoren.verlag, 2001
ISBN/EAN: 3-935039-08-5

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Geboren irgendwo. Versuch einer ganz alltäglichen Annäherung

  Viola Kühns vermeintlich vordergründige Sprachbilder spiegeln Zeiten, in denen politisch alles aus den Fugen geriet, zerfiel und sich neu fügte. Die zwischen 1988 und 1999 vorwiegend als Natur- und Liebesgedichte gestalteten Texte sind eine Bestandsaufnahme in Aufruhr geratener innerer Landschaften.
Linda Wortmann stellt politische und soziale Wahrnehmung, getragen von einer eher verhaltenen Poesie, sprachlich in den Vordergrund. Sie benennt nicht so sehr Stimmungen, sondern zeigt Beobachtbares auf, durch das Transzendentales aufleuchtet wie von selbst.
Beide Lyrikerinnen verraten in ihren Gedichten viel von ihrer unterschiedlichen gesellschaftlichen und künstlerischen Sozialisation, bedingt durch die verschiedenen Lebensorte. So wird der Geburtsort zum äußerlichen oder innerlichen Standort oder Fluchtort - geboren irgendwo. Daß sich die Texte, nebeneinander gestellt, mehr verstärken als sich zu reiben, macht den Reiz dieses Versuchs einer ganz alltäglichen Annäherung aus.
Viola Kühn & Linda Wortmann

Geboren irgendwo. Versuch einer ganz alltäglichen Annäherung
1999

Herausgeber:

Verlag freier Autoren, ISBN 3-88611-298-5
Dieses Buch erschien 1999 und enthält Gedichte der beiden Autorinnen. Außerdem Illustrationen von Bernhard Schrock.